eine gans und napoleon
am zweiten tag stand dann die erste tourkombination aus der bike an. san martino und san rocco, die beide recht vielversprechend klangen. nix für blutige anfänger und freeridefeierabendrunde. also los auf der uferstraße von finale nach borgio und dort hoch nach verezzi. die auffahrt zog sich gemütlich dahin mit schönen blicken über die gesamte bucht. hier ging es dann ein kurzes stück bergab bis nach bracciale, wo wir dann die erste verwirrung mit der tourbeschreibung hatten. weit und breit kein schotterweg der rechts abgeht, naja die italiener hatten es wahrscheinlich schon längst asphaltiert. egal, wir kämpften uns dann erstmal irgendwelche wege hoch, die stimmten (stellte sich aber erst nachher raus). dann ein falscher wegabzweig und wir fanden uns auf einem verwachsenen pfad wieder und schoben die bikes wiedermal durchs gebüsch. allerdings wurden wir durch ungefähr 60 meter steile wiesenabfahrt belohnt, wo wir natürlich erstmal ein fotoshooting veranstalteten - gepost muss ja auch werden!
naja, irgendwie kamen wir dann wieder an der ecke raus an der wir vorher falsch abgebogen waren um dann den richtigen weg zu nehmen. dann war die verwirrung wieder komplett, irgendwie lasen wir statt rechts anscheinend links und zuerst dachten wir auch dass es die richtige alternative wäre. ein toll zufahrender trail durch den wald, so richtig was zum laufen lassen. bis, tja bis der weg abrupt an einer felskante aufhörte. also bikes umgedreht und alles wieder zurück.
beim nächsten anlauf fuhren wir dann richtig rechts den berg hoch und landeten auf dem von der bike versprochenen trail und der lohnte sich wirklich, ein kurviger, teilweise mit felsstufen durchsetzter weg durch die macchia! nach kurzer abfahrt mündeten wir an der kirche san martino und genehmigten uns erstmal einen cappuccino in der angeschlossenen bar. auch wenn die da nur italienische produkte verkaufen und aus (technischen und weltanschaulichen) iregndwelchen gründen kein eis verkaufen (übrigens auch kein cola...) ist diese bar absolut zu empfehlen, alleine schon wegen der stimmung dort oben.
nach kurzer pause gings dann an die abfahrt, quer über einen kleinen bolzplatz und dann auf trail über die höhe, immer der markierung nach, hier schlängelt sich der weg als schmaler pfad durchs unterholz bis er in einen schotterdownhill der extraklasse mündet. diese abfahrt ist eine gelungene mischung aus schotter, geröllhalde und materialmord - sprich spaß pur!
unten an der asphaltstraße angekommen rollten wir dann erstmal nach finalborgo und dann auf den zweiten teil der tour. die auffahrt zieht sich nach perti hoch und an der kirche vorbei in das val urta hinein. überall autos aus deutschland, viele kletterer unterwegs (übrigens scheint halb sachsen da gewesen zu sein, fast nur autos in doppel-d!). irgendwann wird die auffahrt dann zu schotter bis wir am ende an einem hof etwas verwirrt sind, aber der zukünftige besitzer (noch im zarten alter von ca. 12 jahren) konnte uns unmissverständlich den weg klar machen.
bei der querung der zu dem hof gehörigen tiergehege wurde christian plötzlich von einer überdimensionalen gans attackiert konnte jedoch weltmännisch gewandt im wheelie das federvieh mit dem vorderrad zum beiseite treten veranlassen, so dass alle unbeschadet passieren konnten und in ein relativ breites wiesengelände gelangten. nach durchquerung, kurzer verwirrung über den weiteren wegverlauf und kurzem kartenstudium entschieden wir uns wieder für den richtigen weg (folgt dem kreuz!), der sich als supertrail am hang entlang zu den häusern (bzw. dem haus) von cia herausstellte. zwar war alles noch etwas feucht, aber insgesamt sehr sehr spaßig.
in cia ging es dann auf asphaltstraße hoch nach san rocco, wo wir erstmal ein gruppenfoto machten. in ermangelung eines stativs oder sonstigen menschen, der sich dazu bereit erklärte die kamera zu halten wurde kurzerhand ein mülltonne verschoben. hier konnte ralph all seine erfahrung im umgang mit sperrigen gegenständen auf rollen (wobei unklar bleibt woher er die hat) ausspielen...
und dann: die abfahrt schlechthin, waldweg der bei tempo so richtig rockte! eine absolute surfstrecke!
nach gelungener abfahrt wollte dann ein gewisser napoleon uns dann erstmal zum verweilen einladen. als ralph diese einladung ausschlug wollte n. ihn am weiterfahren hindern, ralph konnte hier jedoch seine sprinterqualitäten voll ausspielen. erst durch frauchen ließ napoleon sich beruhigen und ließ dann den rest der gruppe mit leichtem knurren passieren. naja vielleicht bleiben wir nächstes mal auf ´nen cappuccino...
der weitere wegverlauf zteichnete sich als karrenweg bergauf aus, der am ende des tages konditionell nochmal so richtig böse in die beine ging, aber auch das war bald geschafft und wir konnten die bekannte strecke zur kirche von perti diesmal als abfahrt nutzen und von dort auf einem karrenweg am castel san giovanni zurück nach finalborgo rollen, wo wir uns einen cappuccino in der bar central genehmigten.
die route
die tour ist eine kombination der beiden touren san martino und san rocco aus der bike (s. allgemeine tips wegen faxabruf)
nicht verwirren lassen wenn in der beschreiung pfad steht, der weg aber 2 meter breit ist! die kilometerangaben stimmen sehr gut!
strecke:
38,5 km und 1000 hm
sattelzeit: 3:20:00
höhenprofil (nicht exakt - nur für den ersten eindruck!)
karte:
cartoguide de ALP 2: finalese (1:25000)