der aufstieg zur pleissenhütte dauerte knapp eineinhalb stunden und ich saß abends mit den wenigen gästen (eine gruppe von 4 bergwanderern, die den übergang zum karwendelhaus machen wollten und eine altherrenrunde, die nach eigener aussage ein paar tage frei von den ehenfrauen hatten) in der lauen abendsonne auf der tollen terrasse und freute mich auf die nächsten beiden tage.
tag 1:
aufstieg in richtung pleissenspitze um dann unmittelbar auf den weg richtung karwendelhaus abzubiegen. der weg führt durchgehend gut markiert über mitterkar in die südhänge der larchetkarpsitze. weiter ging es durch das hinterkar hinauf zum sattel zwischen großer riedlkarspitze und breitengrieskarspitze. der weitere wegverlauf zum grat der breitengrieskarspitze ist klar vorgegeben, ein kurzes stück an einem drahtseil einen etwas rutschigen hang hinauf zu einem gut begehbaren fast waagrechten schotterband hinauf zum grat und über diesen in wenigen schritten nordwärts zum gipfel. hier hatte ich meine erste rast mit perfektem bergwetter. rundum eine tole sicht auf marxenkar, seekar und seekarpitze zur einen seite, in der anderen richtung riedlkarspitze, larchetkarspitze und im hintergrund die pleissenspitze.
für den abstieg wählte ich wieder den weg hinunter in den sattel um dann auf dem ostgrat die große riedlkarspitze zu besteigen. dieser berg ist meiner meinung nach einer der schönsten aussichtsgipfel im karwendel, sehr selten besucht aber fast unübertroffen in der aussicht und er absoluten stille und einsamkeit, die einen dort umgibt. einfach herrlich, und dann noch bei diesem perfekten wetter!
während meiner rast konnte ich die 4er gruppe vom abend vorher beobachten, die durch das hinterkar in richtung breitengrieskarspitze aufstieg, jedoch im bereich des drahtseiles umkehrte (s. unten). nachdem ich die kleinen personen ausgiebig beobachtet hatte und fast eineinhalb stunden af dem gipfel verbracht hatte machte ich mich an den abstieg.
für diesen wählte ich die im alpenvereinsführer karwendel alpin beschriebene route über den westgrat, zum teil leichte kletterei auf etwas ausgesetzten stellen (I-II) aber insgesamt problemlos. vor dem letzten gratturm dann links hinab ins obere hinterkar und von dort zurück auf den anstiegsweg zur pleissenhütte. etwas einfacher ist der abstieg wenn man dem südgrat bis zu einer gelben schuttrinne folgt und dese direkt ins hinterkar absteigt.
auf dem weg dorthin traf ich denn auch die wandertruppe wieder. diese waren am gerölligen abhang umgekehrt, da eines der mitglieder mit der steilheit und dem rutschigen untergrund nicht zurechtkam. meiner meinung nach ein absolut vorbildliches verhalten aler beteiligten in einer solchen situation besser umzukehren als sich auf ein wagnis einzulassen. hut ab, sowas findet man leider etwas zu selten in den bergen. aber das führt hier und jetzt zu weit.
abends auf der hütte gab es dann ein gewitter und leckeres abendessen sowie eine nette runden mit den verhinderten durchquerern bis ich dann gegen 22.00 ins bett fiel.
tag 2:
ursprünglicher plan war die besteigung der larchetkarspitze wie im alpenvereinsführer beschrieben um dann zurück auf die pleissenspitze zu steigen. im aufstieg musste ich im mitterkar jedoch wegen aufziehendem nebel mehrere zwangspausen einlegen, da eine orientierung nicht mehr möglich war. letztendlich kam ich dann aber an einer brüchigen rinne an, die ich zum gipfelaufbau der larchetkarspitze rauf bin. oben waren dann einige seilversicherungen angebracht, die bis zum gipfel leiten.
aus zeitgründen (wegen der warterei im nebel entschied ich mich dann jedoch gegen die pleissenspitze und für den (schnelleren und einfacheren) abstieg durch das hinterkar auf dem vom vortag bekannten weg zur pleissenhütte und zurück nach scharnitz. Hier konnte ich dann noch aus aller nähe ein riesiges gemsenrudel beobachten, die sich von mir nicht sonderlich beeindruckt zeigten.
zusammenfassend zweit tolle tage bei bestem bergwetter in einer traumhaften umgebung!
ps: gerade dieriedlkarspitze ist für einen der nächsten winter definitv als tourenziel für die schneeschuhe eingeplant. mal sehen was daraus wird!
karte: kompasskarte blatt 26, 1:50.000
linktipp: steinmandl.de