tag 1

bei der ersten tour wollte ich gerne drei tage unterwegs sein. so fiel die entscheidung schnell auf eine übernachtung im biwak an der laliderer spitze, dann übergang zum karwendelhaus und rückweg nach scharnitz.

geplant getan: am freitag in aller frühe ging es daher nach scharnitz und von dort direkt hinein immer isar aufwärts. die ersten drei stunden bis zur kastenalm verliefen recht unspektakulär auf breitem forstweg, aber immer mitten in der tollen bergwelt des karwendels. auch das wetter spielte leidlich gut mit an diesem vormittag. zwar war es recht bewölkt, jedoch trocken und angenehme temperaturen.

nach der kastenalm wurde der weg ins rossloch langsam schlechter und verläuft sich dann in einen schmalen steig. dieser teilt sich am ende des talkessels (im aufstieg), geradeaus gelangt man zur grubenkarspitze, links folgt der weg in einer kurzen hangquerung in richtung eines großen latschenfeldes. hier war die orientierung nicht immer ganz einfach, vor allem im latschengürtel den richtigen weiterweg zu finden, da manche steinmänner stark zugewachsen sind. generell jedoch gilt bergauf ist nie verkehrt. ein bischen war für mich natürlich auch eine hilfe, dass der einzige mensch den ich an diesem tag zu gesicht bekam gerade im richtigen mment aus dem gebüsch hervorkam.

nach durchquerung der latschen ist der weitere weg durch steinmannmarkierungen gut zu finden und zieht sich unterhalb der laliderer spitze in einem rechtsbogen hinauf zum karl-schuster-biwak.

dort angekommen parkte ich meinen rucksack im inneren und stieg die letzten meter zur lalidere spitze auf um dort eine volle stunde noch die wundervolle aussicht auf die umliegenden karwendelgipfel zu genießen. am frühen abend dann machte ich es mir im biwak gemütlich. verblüffenderweise war ich in dieser nacht allein und verbrachte eine sehr erholsame nacht dort oben. nachts fegte zwar ein kleines regenunwetter über die berge hinweg, an das man über das zittern der mondlandefähre ständig erinnert wurde.

tag 2:

um 6 am nächsten morgen ging es wieder in richtung abstieg nachdem ich noch die morgensonne und die wunderbare stimmung dort oben auf mich hatte einwirken lassen. für den abstieg folgte ich dem anstiegsweg des vortages und kam reichlich durchnässt (aller bewuchs war natürlich durch den regen in der nacht pitschepatschenass).

wieder an der kastenalm angekommen machte ich mich auf in richtung birkkarspitze. anfangs ein sehr schöner steig durch wald, später dann ein steilerer anstieg in das birkkar und die letzten meter an einem kurzen stück drahtseil hinauf zum schlauchkarsattel und birkkarhütte. von hier waren es nur ein paar weitere anstiegsmeter bis zum höchsten karwendelgipfel auf dem ich erst einmal wieder die tolle aussicht genießen konnte.

aufziehender nebel drängte mich dann doch etwas früher als gedacht auf den abstieg durch das schlauchkar in richtung karwendelhaus, im schlauchkar stelte sich jedoch heraus, dass sich der nebel so schnell wie aufgezogen war auch wieder verzogen hatte. aber man weiß ja nie...

am karwendelhaus angekommen suchte ich mir mein lager und machte mich nach einem langen tag recht früh auf ins bett. bleibt einzig nzumerken, dass nach 2 tagen fast vollständiger einsamkeit (abgesehen vom schlauchkar) das karwendelhaus einem erstmal wieder als richtiger kulturschock vorkommt.

tag 3:

früh am morgen (noch vor dem frühstück) machte ich mich um 6.00 auf den weg zur vogelkarspitze. den korrekten einstieg im latschengürtel habe ich dabei verpasst und bin dann direkt südlich des gipfels durch ein e kleine felsrinne aufgestiegen um oberhalb wieder auf den gipfelhang zu stoßen. der weiterweg vom gipfel war klar vorgegeben, immer entlang des grates richtung westen über hintere und vordere schlichtnekarspitze bis zum bäralplkopf - eine wundervolle gratwanderung mit herrlichen ausblicken in alle richtungen. vom bäralplkopf bin ich nach ausgiebiger rast dann direkt ins karwendeltal (über bäralpjoch) abgestiegen um dann den langen talhatscher bis nach scharnitz anzugehen.

zurück in scharnitz konnte ich auf drei wunderbare tage in einem der schönsten gebirgsstöcke der alpen zurückschauen, wetter hatte durchgehend gut gepasst und die einsamkeit des karwendels ist und bleibt unübertroffen. abgesehen vom karwendelhaus habe ich auf der ganzen tour auf den bergen vielleciht 15 leute getroffen - und die ale bei der überschreitung des schlauchkarsattels, auf laliderer spitze und vogelkarspitze war kein mensch ausser mir unterwegs. und das ist genau das was ich in den bergen suche, um mich immer mal wieder auf andere dinge zu besinnen, als arbeit und stadtleben.

fazit: eine tour, die für mich zu einer der schönsten runden zählt, die ich bisher unternommen habe! werde sicherlich wieder zurückkommen.

Karte: kompasskarte blatt 26, 1:50.000

linktipp: steinmandl.de

bergtouren

kurz vor ende meiner zeit an der gsf habe ich mich entschlossen noch ein paar tage des resturlaubes darauf zu verwenden um verlängerte wochenenden in den bergen zu verbringen. die wahl fiel dann recht schnell aufs karwendel

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